10.05.2018 Barfuß Marathon in Marienwerder

Ich wollte mal wieder einen Marathon laufen und mich mit meinem Lauffreund René verabreden. Also suchte ich einen Lauf, den wir zusammen machen könnten und lud René dazu ein. René sagte mir, dass er beim Marathon in Marienwerder starten würde und so meldete ich mich spontan mit dafür an.

Vorbereitungszeit: 1 Woche.

Durch die lange Kältezeit konnte ich nicht viel laufen gehen. Bei eiskalten Minusgraden zu laufen ist auch für mich manchmal zu bequem. Mit anderen Worten, wenn ich es vermeiden kann, sitze ich lieber schön faul im Warmen und quäle mich lieber dann wenn es wirklich Spaß macht.

Da ich nicht ganz so durchhängen wollte, setzte ich noch ein paar Trainingseinheiten ein um wenigstens ein bisschen Power zu haben.

Der Samstag ist da: Gegen 6 Uhr aufstehen, anziehen, noch ein bisschen frühstücken (aber nicht zu viel, sonst liegt das später schwer im Magen, nun ab zum Bahnhof). Ich treffe mich mit René um dann mit dem Auto dort hinzufahren.

René lächelt mich an und hat mir eine Pflaumenschnecke beim Becker gekauft.

Ich liebe es, wenn jemand so an mich denkt und so lieb ist, also lächle ich ihn an und freue mich ihn in die Arme zu nehmen.

Wir fahren zur Veranstaltung. Startnummern abholen, umziehen und nochmal in sich rein horchen. Dann kann es auch schon zum Start gehen.

Es sind 3 Grad Außentemperatur. Der Boden ist sehr kalt und von der Nacht noch teilweise gefroren. Es is so kalt, dass ich barfuß nicht draußen auf der Stelle stehen möchte, die Schuhe bleiben also noch an.

Jetzt sind es noch zwei Minuten bis zum Start. Ich gehe schnell in die Kabine und schlüpfe aus den Schuhen in mein natürliches, prachtvolles Beinkleid.

Schnell zum Start, die Läufer zählen schon die letzten 10 Sekunden herunter.

Los gehts!

Wir fangen langsam und entspannt an.

Ich liebe diese Laufstarts. Wenn man durch das Starttor läuft und weiß, was man vor sich hat und trotzdem entspannt bleibt ist das ein wunderschöner Moment.

Es geht in den Wald hinein.

Die Untergründe sind für meine Füße erträglich, aber alle Pfützen sind noch von der kalten Nacht gefroren. Der Boden ist sehr sehr kalt. Nur durch die schnellen Bewegungen ist der feuchte Untergrund und der viele Matsch ertragbar.

Da ich durch die starke Kälte der letzten Wochen nicht richtig trainieren konnte, habe ich mir dünne Strandsohlen an die Füße geklebt. Diese sollen angeblich vor Verletzungen schützen. Nach ca. 500 Metern reiße ich die Schei… ab, weil sie nur noch an Fetzen am Fuß hängen und so zu unangenehm sind.

Also von Anfang an doch richtig barfuß laufen!

Die anderen Läufer sind neugierig und befragen mich, warum ich das mache.

In solchen Situationen muss ich freundlich bleiben, auch wenn ich mich aufs Laufen konzentrieren will. Es ist ja eine Ausnahme, dass jemand so läuft. Also repräsentiere ich eine geringe Gruppe von Läufern, und sonst denken die sich noch, dass ich ein ganz schön eingebildetes Ars…. bin.

Der Lauf bleibt ruhig. Ich halte das Tempo konstant und atme ruhig. Zwischendurch wende ich eine Atemtechnik an, die man bei „Wim Hof“ (einem Kälte Sportler) lernt, bei der der Körper sehr viel Sauerstoff zu sich nehmen kann, damit die Muskeln geschmeidig bleiben. So bleibt mir mehr Energie bei der Anstrengung übrig und die Muskeln ermüden später. Wenn ich schon nicht trainieren konnte, muss ich tief in die Trickkiste greifen um diesen Lauf zu überstehen.

René wird mir mit der Zeit aber zu schnell und ich verabschiede mich von ihm. Er ist ein phantastischer Läufer und ich habe großen Respekt vor ihm. Bei 42 Km muss ich aber mein eigenes Tempo laufen, sonst halte ich das einfach nicht durch.

Also einen Gang zurück schalten und im eigenen Tempo laufen. Mal sind wir im Wald, mal auf Asphalt. Der Asphalt ist sehr rau und dadurch mit der Zeit schmerzhaft für die Fußsohlen. Das Tempo ist schwankend, so wie die Untergründe.

Sobald ich auf Sand oder Gras laufen kann, ziehe ich das immer dem Asphalt vor.

Dafür dass die Vorbereitung aber nur drei Trainingseinheiten zuließ, geht es eigentlich ganz gut.

Mir war schon vor dem Start bewusst, dass es heute nicht zur Bestzeit kommt, aber barfuß einen Marathon zu laufen ist auch schon eine ganz schöne Herausforderung.

Die ersten 10 Km sind geschafft und es geht in die zweite Runde. Das Gefühl ist noch gut und relativ entspannt.

Meine längste Strecke im Training waren 10 Km, aber danach bin ich immer zusammen gebrochen. Hier geht es ganz gut, weil ich viel ruhiger laufe und mich nicht verrückt mache.

Wieder geht es durch den Wald. Die Wege sind nun etwas bekannter, aber jetzt laufe ich nicht mehr in der Gruppe sondern allein.

Meine Seele öffnet sich.

Sie ist nun offen für Gedanken jeglicher Art, offen für die Schönheit der Natur, offen auch für die Natürlichkeit in dieser so schönen Umgebung und natürlich offen um jeden Augenblick in mir aufzunehmen und und ihn auszukosten.

Der körperliche Zustand wird natürlich schwächer mit der Zeit, aber nach 10 Km habe ich noch einiges an Energie in mir.

Wenn ich schwach werde, sage ich mir selbst, dass ich es kann und spreche zu mir. Jetzt komme ich langsam in den Modus, den ich so liebe.

Der Boden ist teilweise immer noch gefroren. Alle Pfützen sind noch total vereist. Es ist ein wunderschöner Anblick. Augenblicke voller Anmut und Stolz, dass ich es wirklich schaffe in dieser Umgebung mit relativ kurzer Kleidung, ohne Schuhe zu laufen. Diese Gedanken lassen meine Brust schwellen und bringen mich nach vorn.

Die hälfte der zweiten Runde ist geschafft, also habe ich nun ca. 16 Km hinter mir. Nur noch 26 und ich bin schon im Ziel.

Das schöne am Laufen ist, das die Gedanken frei herum schweben und einfach frei wandern können. Und auf diesem Weg kann ich über alles nachdenken, was so wichtig für mich ist.

Die Beine werden langsam schwerer, aber die Füße halten sich ganz gut.

Die Schmerzen beginnen. Ich liebe Schmerzen nicht, aber ich liebe trotz dieser weiter zu machen, zu kämpfen!

Wenn es so weh tut, dass du zu Boden fallen und einfach liegen bleiben möchtest, weil es nicht mehr geht, du aber trotzdem weiter machst. Das zeigt wahre Größe, aber dafür bin ich in diesem Moment noch nicht weit genug.

Dafür muss ich noch ein bisschen laufen, aber der Moment kommt heute noch garantiert.

Noch geht alles recht gut. Die zweite der vier 10,25 Km Runden neigt sich dem Ende zu und ich laufe weiter. Die dritte Runde beginnt. Die Pfützen und größeren Gewässer fangen langsam an zu tauen. Die Eisschicht ist nun von Wasser bedeckt. Das Wintermärchen neigt sich dem kommenden Frühling zu. Und so viele Eindrücke in nur wenigen Stunden. Was für ein schöner Anblick.

Auch diese Hälfte der Runde ist geschafft aber die Schmerzen werden auch größer.

Ich habe nun 22 Km, 20 sind es noch.

Um selbst die Schmerzen zu belächeln, denke ich ans Fitnessstudio und wenn ich nach fünf Kilometern Laufband schon fast vor Erschöpfung umfalle. Hier geht es mir nach 22 Km noch recht gut, also kann ich noch lächeln. So habe ich mir den Lauf vorgestellt. Im Moment bin ich sehr mit mir und meiner Leistung zufrieden.

Die zweite Runde war sogar noch drei Minuten schneller als die erste. Das motiviert mich und regt zum weiter machen an.

Die dritte Runde beginnt.

Wieder geht es in den Wald, doch die Schmerzen in den Füßen und den Oberschenkeln werden langsam größer. Ich stelle mir meine Freundin vor, wie sie mit mir spricht. Leise spreche ich zu ihr und sage ihr, dass ich sie stolz machen werde und es egal ist, was passiert, ich werde heute mit der Medaille nach Hause kommen. In Gedanken beruhige ich sie, weil ich weiß, dass sie sich immer um mich sorgt, mit Recht.

Nichts wird heute stärker als mein Wille zum Sieg sein, deshalb kann mich jetzt auch nichts aufhalten.

Nach ca. 28 Km merke ich wie meine Oberschenkel immer fester und schmerzhafter werden. Neben mir sehe ich einen Baumstamm an der Straße liegen, also gehe ich hin, lege meinen Fuß drauf und dehne die Beine.

So werden die Muskeln mal ein bisschen entspannt.

Allerdings sehe ich auch, dass ich mich schon verletzt habe.

Die Haut am rechten Fuß hängt schon ziemlich stark beschädigt, nur noch an einem Fetzen, an der Seite des Fußes herunter.

Wenn die Füße so kalt sind, merkt man die Verletzungen nicht so schnell. Die Kälte betäuben die Füße, man hat keine Schmerzen.

Was tun?

Ich bin schon ziemlich erschöpft und will eigentlich keine anderen Aktionen mehr machen als ins Ziel zu kommen. Aber ich muss auch noch 14 Km laufen.

Wenn ich jetzt nichts tue, wird die Verletzung immer schlimmer.

In meinem Rucksack ist Tape-(Klebe-)Band. Kein Verband, den brauche ich nicht, es tut ja nicht weh, soll nur nicht schlimmer aufreißen, also ein paar Mal drum herum gewickelt und weiter gehts. Dadurch, dass meine Füße so dreckig sind, geht das Tape nach ca. 500 Metern wieder ab.

Ich habe so viel Zeug mitgenommen, aber jetzt wo ich es brauche bin ich einfach zu erschöpft um vernünftig zu sein. Ich fühle mich sehr schwach und entscheide mich, ohne Tape weiter zu laufen.

Die dritte Runde geht nun zu Ende. Jetzt bin ich wirklich vorsichtiger, aber jeder Schritt ist eine Tortur. Wie Stromschläge schießt es durch die Nerven-Enden wenn ich auf etwas hartes oder spitzes trete. Sie gehen durch den ganzen Körper bis ins Gehirn. Ich muss vorsichtig sein.

Es sind noch viele schmerzhafte Schritte, aber jeder Schritt ist einer weniger zum Ziel. Noch 10 Km und ich kann endlich aufhören, 10 Km und ich brauche keine Schmerzen mehr ertragen. Mittlerweile bin ich der Vorletzte und laufe wie im Trance.

Immer wieder motiviere ich mich selbst.

Ich spreche zu mir, singe und sporne mich an.

Es ist wie eine Art Lauf Meditation in der ich mir sage, dass ich es schaffen kann. Es fallen mir lehrreiche Ansprachen von Menschen ein, die ich als Vorbilder sehe. Menschen, die in solchen Situationen kämpfen und genau wie ich, nicht durch Schmerzen und Verletzungen zu bremsen sind.

Mittlerweile ist die Haut vom anderen Fuß auch kaputt. Beide Füße sind nun lädiert und selbst die Kälte hält die Schmerzen nicht mehr fern. Es brennt nun bei jedem Schritt und es sind noch ca. 8 Km.

8 Km voller Schmerzen und Anstrengungen, Schritt für Schritt.

Die Probleme und Erschöpfung werden immer größer.

Ich erinnere mich an einen Satz, den ein Trainer mal zu einem Sportler sagte, als dieser verletzt vom Feld gehen musste.

Er sagte: „wenn du jetzt aufgibst, wird das jeder verstehen, aber dafür hast du nicht begonnen“.

Ich habe Schmerzen, große Schmerzen, Schmerzen bei jedem Schritt. Schmerzen, die mir teilweise große Angst machen. Angst, dass die Wunden aufgehen und zu viel Dreck hinein kommt. Angst, dass etwas schweres zurück bleiben könnte.

Aber auch Angst und Schmerzen reichen nicht aus um meinen Willen zu brechen. Ich akzeptiere sie, aber ich bin noch nicht am Ende.

Es gibt keinen Ausweg. Ich ziehe das jetzt durch, HIER UND JETZT.

In diesem Moment beginne ich zu lächeln und freue mich, trotz der Schmerzen, dass ich endlich wieder eine Chance habe um zu wachsen.

Noch fünf Kilometer.

Der letzte Verpflegungspunkt kommt. Die Jungs strengen sich wirklich an. Ich trinke süßen Zitronen Tee und esse ein paar Äpfel.

Sehr angenehme Leute.

In fünf Kilometen werde ich bestimmt sofort umfallen und werde keinen Schritt mehr gehen.

Beide Füße sind so schlimm verletzt, dass jeder Schritt ein Kampf für sich selbst ist. Die Schmerzen werden immer größer, kaum noch ertragbar.

Manchmal verkneife ich das Gesicht und versuche die Schmerzen weg zu atmen. Manchmal kommt Verzweiflung in mir auf. Ich denke an große Persönlichkeiten, an Rocky Marciano, der einst beste Boxer aller Zeiten, der all seine Kämpfe gewann, weil er nie ans Aufgeben dachte. Er verschwendete keine Sekunde daran. So will ich auch sein.

In solchen Läufen durchläuft man viele Emotionen, auch die Tränen kommen mir einige Male. Aber auch das Lächeln kommt wieder, denn kein Schmerz hält für ewig.

Wieder spreche ich mit mir selbst.

Ich sage mir, dass ich es schaffen kann und dass es nur noch vier Kilometer sind.

Wer hätte gedacht, dass ich barfuß bis hier her komme und so lange mit verletzten und kaputten Füßen laufen kann.

Das ich immer noch auf den Beinen bin ist ziemlich verrückt und leichtsinnig, aber das sehe ich in diesem Moment noch nicht. In meinem Kopf ist nur der Gedanke an die Medaille, alles andere ist nicht existent.

Es sind nur vier Kilometer, aber vier Kilometer voller Asphalt.

Manchmal kann ich neben der Straße, auf Sand laufen. Selbst wenn es dort Steine gibt, sind diese immer noch angenehmer als der harte und raue Asphalt.

Ich beiße die Zähne zusammen, bei jedem Schritt!

Jeder Schritt auf die Wunden (auf Asphalt) ist unfassbar schmerzhaft. Außerdem sind meine (momentan nicht so gut trainierten) Muskeln so überarbeitet, dass der Körper sich langsam mit Verspannung, Krämpfen und kurzen, starken Schmerzen rächt.

Es ist die Hölle, aber es ist auch bald vorbei.

Ich fülle meine Gedanken nur noch mit purem Siegeswillen.

Nur noch wenige Kilometer!

Mit jedem Schritt wird es schlimmer, aber es wird auch immer weniger.

Ich sehne jede Kurve herbei, die zum Ziel führt, denn ich komme immer näher.

Langsam sehe ich die Stelle, die zum Ziel führt. Von dort aus kann man das Ziel schon sehen, auch wenn man noch einen riesigen Umweg von ca. 500 Metern nehmen muss.

Jetzt ist alles egal, das ist eine Frage der Ehre und diese paar Meter werde ich auch noch überstehen.

René wartet schon umgezogen auf mich in der Nähe der Ziellinie und applaudiert mir als er mich sieht.

Nur noch wenige Schritte.

Ich überquere die Ziellinie.

René bringt mir die Medaille und hilft mir in die Kabine. Jetzt fällt all der Druck von mir ab und ich breche innerlich zusammen.

Ich wusste, dass beide Füße verletzt sind, aber als ich die Wunden direkt sehe, bekomme ich selber Panik.

Dieses Mal habe ich es echt übertrieben und ich ärgere mich sehr stark. Die Haut ist auf beiden Vorderfüßen komplett an der Sohle zerrissen und natürlich total mit dreck gefüllt. Sie hängt nur noch an wenigen Fetzen. Es ist ein schrecklicher und beängstigender Anblick.

Da ich nach diesem Marathon vom Kreislauf her sehr schwach bin und es kaum Möglichkeiten der Behandlung gibt, kann ich mich jetzt nicht darum kümmern.

Die Füße werden langsam warm und die Schmerzen werden immer schlimmer. Mir wird bewusst, dass ich dieses Mal nicht so einfach davon komme.

Ich zwänge sie unter starken Schmerzen in die Schuhe. Beide Füße sind heiß und angeschwollen.

Gehen ist kaum möglich. René hilft mir bei jedem Schritt und fährt sogar das Auto bis zu mir, damit ich mir 50 Meter sparen kann.

Wir sind in Marienwerder also irgendwo im nichts und meine Gedanken drehen sich tatsächlich um ärztliche Hilfe. Das ist für mich sehr untypisch, aber in diesem Moment doch einfach vernünftiger.

Das Auto ist warm. Mein Körper zittert noch von der Anstrengung und der weichenden Kälte, aber die Füße schmerzen sehr sehr stark, zu stark! Ich kann die Schmerzen kaum ertragen ohne zu stöhnen. Immer wieder muss ich schwer atmen.

René fährt schnell. Er sorgt sich um mich.

Ich bitte ihn mich bis nach Berlin zur Rettungsstelle zu fahren.

Nach unerträglichen 20 Minuten des Aufwärmens (der Füße) und riesigen Schmerzen wird es langsam wieder erträglich. Die Füße sind zwar stark angeschwollen und schmerzen, aber es wird wieder etwas erträglicher.

Wir kommen in Wedding beim DRK an. Ich verabschiede mich dankbar von ihm und gehe zur Rettungsstelle.

Alles ist voller Kinder und Kranker. Die Dame an der Aufnahme ist restlos überfordert.

Nach fünf Minuten stehen, ohne Bewegung, denke ich mir: „dann fahre ich eben nach Hause und mach das selber“.

Ob ich da nun über Stunden warte oder es selber mache ist eigentlich auch egal. Wenn es schlimmer wird, kann ich ja nochmal wieder kommen.

Also rufe ich ein Taxi und fahre nach Hause.

Zuhause beginnt der wahre Kampf. Meiner Freundin kann ich die Wunden nicht zeigen, die würde sofort ausrasten und das mit Recht. Diesmal hätte ich wirklich besser aufpassen sollen.

Vorsichtig bade ich die Füße in lauwarmen Wasser. Um den ganzen Dreck aus den Wunden zu kriegen muss ich die Wunden öffnen.

Die Haut schneide ich unter Schmerzen mit einer Nagelschere ab und kratze den ganzen Dreck heraus. Nun muss alles desinfiziert werden. Also Salzwasser aus grobem Meersalz.

Dadurch, dass ich so müde und erschöpft bin, ist alles noch vier Mal schlimmer, aber langsam wird es. Nur noch ca. 4 Tage nicht gehen können und schon fängt alles wieder an zu heilen.

Heute am Donnerstag nach dem Lauf kann ich fast ohne zu humpeln gerade so gehen. Ich sehe nicht mehr ganz so hilflos aus, aber ich habe auch gelernt, dass es dieses Mal zu unvorsichtig war. Die Wunden waren sehr sehr groß und die Situation ziemlich gefährlich.

Ich will ehrlich sein. Ich werde auch in Zukunft nicht aufgeben. Auch werde ich weiterhin barfuß laufen. Das sind Dinge, die ich so belasse. Was ich ändern kann und muss ist, dass ich mehr auf mich selbst achte und nicht einfach so sorglos weiter mache, ohne zu handeln.

Ich hätte einen Großteil verhindern können, aber ich war zu faul.

Das nächste Mal werde ich die Wunden gleich versorgen und nicht warten, bis alles noch schlimmer und unerträglich wird.

Es war ziemlich dumm von mir, so zu handeln, aber trotzdem hält sich immer noch ein kleines Grinsen mit dem Gedanken: „aber die Medaille habe ich bekommen“.

Jede Medaille ist hart erkämpft und niemals geschenkt. Sie zu tragen, ist eine große Ehre für mich, denn sie ist zu 100% verdient.

Ich will mich nochmal bei René bedanken. Dein Einsatz war einfach großartig und warmherzig. Du hast dich die ganze Zeit um mich gesorgt und mir weiter geholfen. Das ist einfach klasse und heutzutage nur unter besonderen Menschen eine Selbstverständlichkeit. Du hast meinen Respekt und meine Dankbarkeit.

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