Barfuß Trainingslauf durch Berlin (27.09.2017)

Immer wenn ich mich mental nicht gut fühle und den Kopf voll habe, geh ich laufen.

Es wirkt wie ein Befreiungsritual. Außerdem ist mir schmerzhaft aufgefallen, dass ich in einem Monat einen Marathon in Schlaubethal laufe. Dann muss ich wohl oder übel trainieren.

Also Schuhe aus und los. Es ist 20 Uhr und im Herbst ist es um diese Zeit schon ziemlich dunkel.

Dunkel aber angenehm warm. Also ziehe ich meine kurze Hose an, ein T-Shirt, eine Basecap, damit mir nicht der Schweiß in die Augen läuft und dann ab auf die Straße.

Im ersten Moment friere ich immer, wenn ich aus der warmen und gemütlichen Wohnung komme.

Schnell los laufen, dann wird’s auch schneller warm. Die ersten Meter laufen sich toll. Seit zwei Wochen habe ich mich nicht mehr richtig bewegt also ist jeder Schritt sehr willkommen.

Das Unschöne am Laufen im Dunkeln ist, dass man nie sieht ob wirklich irgendwo Scherben oder ähnliches auf der Straße liegen. Ich vertraue einfach dem Schicksal und laufe in dem Wissen, dass es bei jedem Schritt krachen könnte, aber ich weiß, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund passiert und richtig ist. Also laufe ich entspannt und sorgenfrei.

Die ersten drei Kilometer laufen sich phantastisch. Alles läuft klasse. Die Luft hält, der Laufstil stimmt, ich schwebe gerade dazu hin.

8 Km habe ich mir vorgenommen, was natürlich völlig übertrieben für einen ersten Trainingslauf nach zwei Wochen ist, aber ich muss wie immer meinen Dickkopf durchsetzen und kürze nicht ab.

Nach der Hälfte ist es vorbei. Die Gelenke tun weh, die Luft ist raus, also spazieren.

Natürlich bereue ich gerade, dass ich die 8 Km gewählt habe, aber abbrechen gilt nicht.

So schlimm ist es jetzt auch nicht, die Straßen von Prenzlauer-Berg sind belebt und ich habe ständig was zu gucken.

Die Leute schauen mich schon manchmal etwas seltsam an, wenn sie sehen, dass die Schuhe fehlen. Ab und zu lacht jemand, ich lächle dann immer, dann bricht das Eis schneller.

Jetzt wird mir langweilig beim Spazieren und es sind noch 3 Km, also fange ich an leise zu singen. Ich zwinge mich nochmal ein bisschen laufen. Schnell merke ich aber, dass da nicht mehr viel Saft in den Muskeln ist, also spaziere ich wieder ein bisschen.

Die Zeit geht nun schneller vorbei und ich beschließe, ich gehe morgen wieder auf die Piste, wahrscheinlich mehr entspannt, statt zielstrebig, aber jeder Lauf beginnt mit dem ersten Schritt.

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