Barfuß Trainingslauf durch Berlin (28.09.2017)

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Ich bin völlig verschlafen, fühle mich noch schlapp. Die Stimmung ist ein bisschen gedrückt.

Zeit um Musik in die Knochen zu bringen um wieder ein bisschen Lächeln zu können. Natürlich lasse ich mir noch ein bisschen Zeit bis es los geht. Wir müssen es ja nicht gleich übertreiben 😀

Der Tee am Morgen schmeckt super und ich genieße ihn in Ruhe. Ein bisschen meditieren um besser in den Tag zu gelangen und los gehts.

Ich habe beschlossen, jetzt fünf Mal die Woche zu laufen und fühle mich gerade gar nicht gut. Die Muskeln tun mir immer noch von gestern weh.

Aber am Ende geht es immer darum, das Ziel zu erreichen egal wie. Ausreden habe ich genug, die zählen aber nicht.

Ich komme auf die Straße, es ist sau kalt in meinem kurzen Dress. Ich sehe ein paar Bauarbeiter. Schneller laufen hilft gegen das Zittern, aber nicht zu schnell sonst komme ich außer Atem. Die Leute gucken mich verwundert an 😀

Endlich wird mir etwas wärmer.

Die Strecke, ist ruhig und entspannt, kaum Menschen zu sehen, bis zur nächsten Kreuzung. Dort steht eine Schulklasse. Ich muss anhalten, da die Ampel, die ich überqueren möchte, rot ist.

Ein paar Mädchen kichern hinter mir als sie mich sehen. Ein Mädchen (ca. 12) sagt lachend: „ist bei Ihnen noch Sommer?“. Nachdem ich schmerzlich bemerke, dass ich schon so alt bin um gesiezt zu werden, drehe ich mich um, lächle und sage: „so kalt ist es ja noch nicht und wenn man sich beim Laufen nicht so warm anzieht, friert man auch im normalen Leben nicht so“, die Mädels lächeln. Ich winke, verabschiede mich und laufe weiter.

Heute sind es nur drei Kilometer, doch ich spüre meine Gelenke schon nach der Hälfte. Jetzt einfach ein bisschen langsamer, aber ich will mein Ziel von fünf Mal die Woche laufen erreichen.

Wenn die Straße ein bisschen ruhiger ist, macht es auch Spaß. Viele Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Ich denke immer an einen Slogan von einem Laufpartner. Er nennt sich selbst der Genussläufer. Das ist ein guter Slogan und ich versuche ihn für mich anzunehmen. Ich versuche die Situation auch zu genießen. Ich atme ruhig und halte mein Tempo. Langsam aber stetig. Wenn man positiv denkt, macht es wirklich ein bisschen mehr Spaß. Außerdem bin ich saumäßig stolz, dass ich wirklich laufe und nicht nur erzähle.

Ich habe gemerkt, dass ich vieles anfange aber wenig zu Ende bringe. Damit soll jetzt Schluss sein.

Die Straße und ich sehen uns morgen wieder. Jetzt gehe ich mich erstmal ein bisschen dehnen und duschen.

PS: ich habe eine kleine Blutblase am großen linken Zeh, aber sonst ist alles OK

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.